Herzuntersuchungen auf Zuchttauglichkeit beim Hund

Seit 1997 führen wir an unserer Klinik kardiologische Untersuchungen auf Herzgesundheit der Zuchttiere für Zuchtvereine und Verbände des VDH durch. Die Züchter stellen Ihre Hunde je nach Rasse einmalig, oder mehrmalig vor. Die Ergebnisse werden den Zuchtvereinen mitgeteilt und in Vereinszeitschriften veröffentlicht. Dadurch werden erkrankte Zuchttiere bekannt. Des weiteren werden die Ergebnisse an die zentrale Erfassungsstelle des Collegium-Cardiologicum e.V. gemeldet. Das dient einer späterer anonymen statistischen Auswertung.

Über die hier bei den Rassen genannten Herzerkrankungen können Sie sich hier genau erkundigen

Mittlerweile werden eine ganze Reihe von Hunderassen im Rahmen von Zuchtordnungen auf Herzgesundheit untersucht. Manche der genannten Rasseverbände lassen ausdrücklich nur gesunde Hunde zur Zucht zu:

 

Irish Wolfhound

Der DWZRV hat als erster der Vereine im VDH Untersuchung des Herzens für die Zuchttiere eingeführt. Der Grund ist das Vorkommen der Dilatativen Kardiomyopathie (DKMP-DCM) als eine genetisch bedingte Herzerkrankung bei dieser Rasse. Mittlerweile sind weltweit über 10.000 Irische Wölfe untersucht worden. Die Erkenntnisse über diese Erkrankung beim I.W. sind hinsichtlich der Symptome, Klinik, Diagnostik, Pathologie und Vererbung so umfangreich, wie bei keiner anderen Hunderasse. Daher ist es heute Dank Analyse und wissenschaftlicher Aufarbeitung der Ergebnisse von unzähligen Herzuntersuchungen möglich, Aussagen zur Früherkennung der DKMP im Ultraschall zu machen.

Neufundländer

Die Neufundländervereine des VDH schreiben eine Herzuntersuchung der Zuchttiere vor. Bei der kardiologischen Untersuchung wird besonders auf die Dilatative Kardiomyopathie und Subaortenstenose geachtet. Dazu werden die Hunde regelmäßig ab dem 18. Lebensmonat untersucht.

 

Mittelschnauzer

Seit einigen Jahren werden die MS der Farbe pfeffer-und-salz kardiologisch vor und während ihres Zuchteinsatzes untersucht. Angeborene und erworbene Herzerkrankung werden durch die Untersuchungen ausgeschlossen. Die besondere Aufmerksamkeit gilt der Erkennung der dilatativen Kardiomyopathie.

Dobermann

Seit dem 1.Juli 2006 werden die zur Zucht anstehenden Zuchttiere kardiologisch untersucht. Die Dobermänner leiden relativ häufig an einer besonderen Form der Dilatativen Kardiomyopathie. Die DKMP führt bei dieser Rasse zu einer sehr hohen Anzahl plötzlicher Todesfälle. Die Hunde sind für den Tierbesitzer nicht erkenntlich herzkrank. In diesem okkulten oder subklinischen Stadium zeigen diese Hunde aber bereits eine bedrohliche Anzahl von Herzrhythmusstörungen. Daher ist bei der Zuchtuntersuchung der Dobermänner, neben der sonst üblichen Herzultraschalluntersuchung mit Doppler, auch ein 24 Stunden EKG notwendig.

 

Boxer

Die Boxer werden seit 1999 kardiologisch untersucht. Die Zuchthunde werden meistens mit einem Jahr vorgestellt. Dabei wird wie bei allen Untersuchungen auf erbliche Herzdefekte geachtet. Das besondere Augenmerk liegt hier bei der Erfassung angeborener Veränderungen an der Aorta und Pulmonalarterie. Dafür werden mittels Farb- und Spektraldoppleranalysen die Flussgeschwindigkeiten und –qualitäten in den großen Gefäßen ermittelt.

PON

Untersuchung auf die gelegentlich vorkommenden Veränderungen wie Pulmonalstenose und PDA (Ductus arteriosus persistens). Besonders in den letzten Monaten traten vermehrt Fälle von jungen PON´s auf mit schwerer dilatativen Kardiomyopathie (DKM) mittels Echokardiographie.

 

Cavalier-King-Charles-Spaniel

Eingehende Herzuntersuchung incl. Dopplersonographie mit besonderer Beachtung der Mitralklappen (Mitralprolaps). Bei dieser Rasse kommen degenerative Erkrankungen der AV-Klappen sehr häufig vor. Beim CKCS wurde durch eine Erfassungsstudie (2000-2004) an der wir auch als Zentrum beteiligt waren, genetische Ursachen und die Häufigkeit der Erkrankung in Deutschland festgestellt.

Golden Retriever

Die Subaortenstenose ist eine der Rassedispositionen für den Golden Retriever. Sie kommt bei uns in der kardiologischen Sprechstunde häufig vor. Die Untersuchung der Zuchttiere ist für die Züchter nicht Pflicht, es gibt allerdings einen Rat zur freiwilligen Untersuchung von Seiten der Vereine.

Hovawart

Die Herzuntersuchung für die Rasse Hovawart ist freiwillig. Es wird auf das Vorkommen der SAS und DKM geachtet.