Pulmonalstenose (PS)

Schwere Pulmonalstenose in Farb- und Spektraldoppler (gelb)

Damit wird die Verengung der Lungenschlagader bezeichnet.

Vorkommen:

Die Pulmonalstenose ist die Katze als angeborene Herzerkrankung relativ selten. Diese ist schon zum Zeitpunkt der Geburt in vollem Ausmaß vorhanden.
Wie bei der Aortenstenose ist ein Herznebengeräusch vorhanden.

Man unterscheidet, je nach Sitz der Verengung drei Formen der PS.
Sie kann

Subvalvulär unterhalb
Valvulär an den Klappen
Supravalvulär oberhalb der Klappen

liegen.

Video Video 1: Orientalisch Kurzhaar mit seltener supravalvulärer einseitiger Pulmonalstenose.
Der Truncus pulmonalis ist dilatiert. Die Geschwindigkeit des Blutes im Truncus pulmonalis normal, die Pulmonalklappen flattern. Eine notwendige nichtselektive Angiographie bestätigte den Befund.

Diagnostik:

Nach der Auskultation wird die Verdachtsdiagnose durch Herzultraschall und Doppleruntersuchung bestätigt. Dabei kann man die Art der Pulmonalstenose und deren Schweregrad bestimmen. Letzteres ist wichtig für die Lebensprognose und die Art der Therapie.

Insgesamt nimmt dadurch der Durchmesser der Herzkammer schon im ersten Lebensjahr ab. Die Folge ist eine Zunahme der Herzfrequenz, da der Körper den gleichen oder steigenden Bedarf hat. Die immer dicker werdende Herzwand wird nur mäßig mit Blut versorgt und entwickelt Herzrhythmusstörungen. Irgendwann kommt es dann zu Problemen, die auch klinisch in Symptomen sichtbar werden.

Durch den hohen Druck der durch die PS auf die Lungenarterien übertragen wird, kommt es häufig zur Erhöhung des Lungengefäßdrucks. Diese pulmonale Hypertension (PHT) ist ein Anzeichen einer Lungenschädigung. Sie führt im Herzen zu einem Cor pulmonale.

Therapie:

Leichte Stenosen bedürfen häufig keiner Behandlung.
Ein wichtiges Kriterium für den Entscheid zur Therapie ist die Höhe der Herzfrequenz bei der Katze.
Die geeignete Therapie beinhaltet eine Drucksenkung mit einem ß-Blocker.
Diese Klasse II Antiarrhythmika senken die Herzfrequenz und Kontraktionskraft des Herzens. Zudem Senken sie den Blutdruck gegen den das Herz arbeiten muss.
Wir verwenden je nach Grad der AS folgende Wirkstoffe mit ß-blockierender Wirkung: 

  • Atenolol

Die Dosis wird dem Gewicht, aber mehr der Wirkung angepasst und einschleichend gegeben. Eine Kontrolle der Therapie (Senkung des Druckgradienten) erfolgt mittels Dopplerultraschall.
Wenn die Katze groß genug ist und einen stärkeren Befund aufweist, raten wir einen interventionellen Kathetereingriff (Ballonkatheter) an. Bei diesem wird in Narkose durch ein Blutgefäß ein Herzkatheter ein Ballonsystem in den verengten Pulmonalklappenbereich geschoben. Wenn die Position richtig ist, wird der Ballon aufgeblasen, um die Klappen aufzusprengen.