PDA: persistierender Ductus arteriosus (botalli)

Ligatur des PDA

Der Ductus arteriosus ist ein Blutgefäß, dass alle Säugetiere besitzen. Mit der Geburt und der Entwicklung der Lunge verschließt sich dieser Gang zum Ligamentum arteriosum. Aus dem blutführenden Gefäß wird ein bindegewebiges Bändchen.

Beim Welpen im Mutterleib führt dieser Ductus das Blut sinnvollerweise um die Lunge herum. Mit dem ersten Atemzug entfaltet sich die Lunge und das Blut strömt in die Lungengefäße. Eine Kontraktion dieses Gefäßes wird eingeleitet, der Ductus wird, während oder in den ersten Tagen nach der Geburt, zum Ligament. Wenn sich dieses Gefäß allerdings nicht verschließt, bleibt ein krankhafter Blutstrom (Shuntfluss) bestehen. Man bezeichnet das Gefäß von nun an als persitierenden Ductus arteriosus PDA). Man unterscheidet den Ductus mit Blutfluss von links- nach rechts (LI-RE) und den mit Fluss von rechts- nach links (RE-LI). Letzterer ist sehr selten.

Vorkommen:

Der PDA ist bei der Katze im Gegensatz zum Hund relativ selten vorkommend.

Diese PDA´s verursachen schon meistens im ersten Lebensjahr eines Welpen immense Probleme.

Links-Rechts

Diagnostik:

Beim PDA LI-RE führt der Blutfluss zu einem i.d. R. starken Herznebengeräusch welches in beiden Herzphasen hörbar ist. Es ist dem Geräusch einer Lokomotive (Maschinengeräusch) ähnlich. Allerdings ist dieses Geräusch häufig nicht direkt am Herzen, sondern oberhalb davon, unter dem Schulterblatt oder in Richtung der Wirbelsäule hörbar. Oft ist es auch für den Tierbesitzer fühlbar.
Bei Katzen ist regelmäßig auch nur ein holosystolisches Geräusch ohne oder mit schwacher diastolischer Komponente hörbar.

In der Röntgenuntersuchung ist eine deutliche Vergrößerung des linken Herzens und je nach Stadium die Ansammlung von Lungenwasser (Lungenödem) sichtbar. Auch im EKG gibt es durch hohe R-Zacken in der 2. Ableitung gezielte Hinweise auf die Erkrankung.

Die Diagnostik der Wahl ist der Herzultraschall mit Doppleruntersuchung.

Im 2-dimensionalen Ultraschallbild kann der erfahrene Untersucher den  PDA darstellen.
Durch eine Spektraldoppleranalyse kann der permanente Blutfluss des Shuntflusses in die Pulmonalarterie dargestellt werden.

Im Verlaufe dieser Erkrankung kommt es zur Volumenüberladung des linken Herzens. Die linke Vor- und Hauptkammer überdehnen. Durch Aufweitung des Klappenringes kommt es zu einer Komplikation: Es entsteht eine Undichtigkeit der Mitralklappe (Mitralisinsuffizienz) Die Patienten entwickeln ein Linksherzversagen mit Stauungserscheinungen in der Lunge.

Therapie:

Ziel der Therapie ist ein möglichst frühzeitiger Verschluss des PDA.
Direkt nach der Diagnosestellung und vor jedem Eingriff werden Medikamente verordnet. Danach kann der Verschluss durchgeführt werden:

Es gibt 2 grundsätzliche Methoden:

  1. offen chirurgischer Verschluss
  2. interventioneller Verschluss mittels Katheter und Coil

Video Video 1 offener Verschluss des PDA

1. offener Verschluss

Der Brustkorb wird in Narkose geöffnet. Wir wählen einen direkten Zugang mit kleinen Fenster. Der PDA wird freipräpariert und je nach Form auf zwei Arten verschlossen. Kleinere werden mit Metallclips, größere Shunts werden mit Nahtmaterial abgebunden.

Im Allgemeinen wird das Shuntgefäß schon während der OP vollständig verschlossen. Der Verschlusserfolg wird noch am offenen Brustkorb kontrolliert. Manchmal bleibt ein kleiner Restfluss bestehen, der aber oft hämodynamisch irrelevant ist. Diese Restflüsse verschwinden regelmäßig nach einem halben Jahr.

Für die Wiederherstellung des Unterdrucks im Brustkorb bekommt der Patient eine Saugdrainage eingelegt. Die Patienten werden bei normalem Verlauf am folgenden Tag entlassen.

2.interventioneller Verschluss

Diese Methode kann nur bei Patienten mit einem Mindestgewicht durchgeführt werden!

inem Kathetereingriff. In speziellen Universitätszentren, die an Humanmedizinische Fakultäten angeschlossen sind, werden diese Eingriffe unter Durchleuchtung ausgeführt.
Über eine Arterie am Hinterbein wird ein Katheter in den PDA vorgeschoben. Dieser enthält z.B. einen speziellen Coil (Spirale wie Flaschenputzer) oder amplatzer-device (Hund). Im Bereich der Duktusampulle wird dieser platziert und verschließt die Missbildung. Die Aufenthaltsdauer und Kosten richten sich nach den jeweiligen Vorgaben in den Instituten.

Rechts-Links

siehe PDA beim Hund