FT: Fallotsche Tetralogie

Zeigt die massive Hypertrophie des rechten Herzens in der Kurzachse

Die FT ist relativ selten. Wir sehen pro Jahr etwa 10 Hunde mit dieser Missbildung und 1-2 Fälle bei der Katze.
Die FT ist angeboren und eine vierfach Kombination mehrerer Einzelmissbildungen und patho-physiologischer Folgen. Die beim Hund vorkommende FT stellt sich selten lehrbuchmäßig dar. Die einzelnen Komponenten können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Entstehung:

In der frühen Entwicklung des Herzens entspringt die Ausstrombahn noch aus beiden Herzhälften. Durch Ausbildung von Endokardwülsten im Conus cordis entsteht die Herzscheidewand, das sog. Septum aorticopulmonale. Dieses trennt den Conus cordis in rechte und linke Ausstrombahn teilt. Es entstehen Aorta und Arteria pulmonalis. Verlagert sich jedoch das Septum aorticopulmonale nach vorne, verengt sich das Kammereinflussgebiet (Pulmonalstenose), das Septum ist allerdings noch geöffnet (Septumdefekt). Die Aorta entspringt nun aus beiden Ventrikeln (reitende Aorta). Durch die Pulmonalstenose kommt es zur Druckerhöhung (Hypertonie) in der rechten Herzkammer. Die Folge ist eine rechtsventrikuläre Hypertrophie (RVH).

Vermutlich sterben viele dieser Welpen im Mutterleib oder beim Stress rund um die der Geburt. Durch die starke Mischung von sauerstoffarmen mit reichem Blut zeigen die Welpen eine deutlich blaue Zunge.
Die FT führt schon in den ersten Lebenswochen zu erheblichen Problemen.

Video Video 1 RVH bei einem Katzenwelpen von 500 gr Körpergewicht mit FT

Diagnostik:

In der Auskultation sind massive Herznebengeräusche feststellbar.
Durch die starken Veränderungen im rechten Herzen sind auch im Röntgen Hinweise auf weine FT zu erlangen.
Die Methode der Wahl ist die Herzultraschalluntersuchung.

Video Video 2 RVH bei einem 7 Wochen alten quirligen Katzenwelpen. Die Aufnahmen zeigen für kurze Zeit den VSD und die freie Aorta.

Auffallend ist zunächst die massive RVH. Das rechte Herz ist deutlich vergrößert. Insbesondere durch die starke Wandverdickung.
Die Pulmonalstenose ist meistens hochgradig (> 4,5 m/sec) und relativ einfach zu bestimmen. Der Ventrikelseptumdefekt und die reitende Aorta sind gleichzeitig darstellbar. Die reitende Aorta eindeutig darzustellen, in die das Blut aus der linken und rechten Kammer gleichzeitig einfließt, ist auch für den geübten Kardiologen eine Herausforderung.

 

Therapie:

Die Therapie dieser Mehrfachmissbildung orientiert sich an den Druckverhältnissen
in den Herzkammern, und den dadurch entstandenen Folgeschäden.
Es kommen ß-Blocker, ACE Hemmer, Antiarrhythmika und Diuretika zur Anwendung. Die Dilatation der Pulmonalarterie mit einem Herzkatheter ist, je nach Schweregrad von Vorteil.