Klinische Symptome und Rassedisposition der HKM

Katze mit Lähmung des Hinterbeines
Zyanotisch (blau) verfärbte Pfote einer Hauskatze, wegen Gefäßverschluss (arterielle Thrombembolie, ATE)
Doppler-Utraschallbild einer Thrombose der Aorta abdominalis
Sektionsbild einer Katze mit Verschluss der Aufzweigung der Aorta in die Beinarterien

Klinische Symptome der Erkrankung >> Wie erkenne ich die HKM?

Wenn eine Katze im Verlauf einer fortschreitenden Herzerkrankung Symptome entwickelt, sind diese für gewöhnlich die Folge einer Stauungserscheinung im Kreislauf. In der täglichen kardiologischen Praxis werden die Patienten meistens erst vorgestellt, wenn die Herzerkrankung schon weit fortgeschritten ist. Die Katzen zeigen erst sehr spät im Verlauf der Erkrankung auffällige Symptome. Erste Anzeichen sind erhöhtes Schlafbedürfnis und Hecheln nach Anstrengung. Anders als beim Hund leidet bei der Katze der Appetit recht schnell, wenn eine größere kardiale Stauung vorliegt. Der beim Hund sehr typische Husten im Rahmen einer Linksherzstauung ist bei der Katze sehr selten.

Wenn herzkranke Katzen erste Symptome zeigen, haben sie oft schon lebensbedrohliche Veränderungen, die fast immer durch Flüssigkeitsstauungen verursacht werden. Diese sind Folge des ursächlichen Herzversagens. Stauungen können als Lungenwasser, freie Flüssigkeit im Brustkorb, Herzbeutel oder Bauchwasser in Erscheinung treten.
Diese Katzen zeigen eine beschleunigte und angestrengte Atmung (Maulatmung), und sind dem Stress nicht mehr gewachsen. Ein ganz typisches Symptom für eine Stauungserkrankung im Rahmen der HKM ist das plötzliche Auftreten eines Gefäßverschlusses einer großen Beinarterie, die sogenannte arterielle Thromboembolie ATE (Verschluss von Blutgefässen der Gliedmaßen durch ein Blutgerinnsel). Die Tiere zeigen Lähmungserscheinungen eines oder beider Beine.

Rassedisposition und Geschlechtsverteilung

Wann und bei welchen Tieren muss ich mit der HKM rechnen? 

Die primäre HKM tritt bei fast allen Katzenrassen auf. Eine erhöhte Krankheitshäufigkeit ist bei Maine-Coon, American Shorthair, Ragdolls, British Kurzhaar, Norwegischen (Sibirischen) Waldkatzen und Persern beschrieben oder bekannt. Der erste Nachweis eines autosomal dominanten Erbganges bei der Maine Coon gelang 1998. Bei der British Kurzhaar im Jahre 2003.

Die Krankheit tritt bei männlichen Tieren häufiger und früher in Erscheinung. Für gewöhnlich werden männliche Tiere zwischen dem 2-5 Lebensjahr, weibliche zwischen dem 3-6 Lebensjahr krank. Ein früheres Auftreten der Symptome oder ein plötzlicher Todesfall im ersten Lebensjahr sind möglich aber eher selten.

Ursache für diese Unterschiede ist die variable genetische Expression dieser Erkrankung. D.h. bei den genetischen Merkmalsträgern wird der Genotyp unterschiedlich stark und schnell im Leben phänotypisch (Hypertrophie am Herzen) exprimiert.
So sehen wir deutliche Unterschiede in der Ausprägung der HKM zwischen Maine-Coon-Katzen und British-Kurzhaarkatzen.

Beim Menschen sind über 100 verschiedene Genmutationen im Rahmen der HKM bekannt. Hier kann man einzelnen Genen typische phänotypische Ausprägungen am Herzen zuordnen. Es ist zu vermuten, das es auch bei der Katze ähnlich ist.