Herzrhythmusstörungen

24 Stunden EKG mit den Ausschlägen bei einem Dobermann. Die dunklen bereiche Zeigen die massiven Herzrhythmusstörungen an bei der fahrt zum geliebten Hundeplatz

Tiere mit Herzerkrankungen zeigen im Allgemeinen Symptome wie Leistungsschwäche, Husten, Dyspnoe, Tachypnoe, Aszites, Synkope und den plötzliche Herztod. Grundsätzlich lassen sich die Symptome einteilen in die des Rückwärtsversagens (Venenstauungen, Lungenödem, Aszites) und des Vorwärtsversagens (verminderte Auswurfleistung, reduziertes Herzminutenvolumen)

Arrhythmien haben verschiedene Ursachen (s. Tabelle 1), sind aber regelmäßig die Folge eines Links- und/oder Rechtsherzversagens. Durch eine herabgesetzte Auswurfleistung und/oder Stauungen wird das Herz nur unzureichend mit Blut versorgt. Die Mechanismen des Herzversagens führen durch eine erhöhte sympathische Aktivität zur Steigerung der Herzfrequenz. Dadurch steigt der Sauerstoffbedarf und -verbrauch des Myokards. Wird die Sauerstoffversorgung nicht adäquat wiederhergestellt, kommt es u.a. zum Absterben von Myokardzellen, welches mitverantwortlich ist für die Entstehung der Herzrhythmusstörungen.

Nichtkardiale Ursachen:
  • Magendilation / -volvus
  • Sepsis
  • Trauma
  • Urämie
  • Hypoxie
  • Tumore
  • Pulmonale Erkrankungen
  • Schmerz, Fieber
  • Kaliumimbalancen
  • ZNS-Erkrankungen
Kardiale Ursachen:
  • Kardiomyopathie (Dobermann Boxer)
  • Genetisch (DSH)
  • Myokarditis
  • Kongestives Herzversagen
  • Neoplasien des Herzens
  • Ischämie
  • Fibrose
  • Kongenitale Erkrankungen
Tab1.: Ursachen von Arrhythmien

Wichtig ist es den Schweregrad einer Arrhythmie zu bestimmen.

Schweregrad der Arrhythmie:

Leicht: weniger als 15-20% ektopischer Schläge
Mittel: 20-50 % ektopischer Schläge und HF 120-180/min
Schwer: > 50% ektopischer Schläge und HF > 180/min


EKG 1: Linksschenkelblock bei einem Boxer mit Kardiomyopathie BDCM

 


EKG 2: Ventrikuläre Extrasystolen bei einem Dobermann mit okkulter DKM. Es sind Doubletten, Tripletten und sogenannte Runs zu sehen

 


EKG3: Boxer der aus dem Sinusrhythmus in eine VT ventrikuläre Tachykardie geht- Das ist ein lebensbedrohlicher Zustand. Ursache war arrhtyhmogene Kardiomyopathie ARVC.


EKG 4: Vorhofflimmern bei einer Dt. Dogge mit klinischer DKM



EKG 5: AV Block Grad III bei einem Dt. Drahthaar mit ventrikulärem Ersatzrhythmus vor dem Einsatz eines Herzschrittmachers


EKG 6: SSS Sick Sinus Syndrom bei einem West Highland White Terrier: Tachykardie- Bradykardiesyndrom. Hier zu sehen der Wechsel zur tachykarde Phase mit Herzfrequenz von 360/min und Ersatzrhythmen


EKG 7: SSS (Sick Sinus Syndrom) bei einem West Highland White Terrier: Phase der Bradykardie mit Ersatzrhythmen


Erweiterte Diagnostik:

Im klassischen EKG ist der Ausschluss von Arrhythmien nicht mit Sicherheit zu führen, da die Aufzeichnungen i.a. zu kurz sind. Daher gibt es die Möglichkeit ein 24 Stunden EKG durchzuführen.


Um zum Beispiel das subklinische Stadium der Dobermann- und Boxerkardiomyopathie, mit seinen über den Tag verteilten Arrhythmien zu erfassen, ist es nötig ein 24 Stunden EKG anzufertigen.
Der gesunde Mensch und Hund haben täglich immer einige Extrasystolen.
Bis zu 50 VES/24h gelten beim Boxer und Dobermann als unbedenklich. Bei Vorliegen von 50 (100) und mehr VES/24h steigt das Risiko für Synkopen und den plötzlichen Herztod. Insbesondere bei Vorliegen von gekoppelten Komplexen, wie Doubletten, Tripletten, Runs oder VT.