EKG

Mit einem EKG (Elektrokardiogramm) kann man, die im Herzen vorkommenden elektrische Ströme aufzeichnen.
Diese Ströme werden vom Impulsgeber, dem sogenannten Sinusknoten erzeugt und über Nervenstränge an den AV-Knoten weitergegeben. Von da aus fließt der Impuls in Millisekunden herunter zu den Herzmuskelzellen. Jeder Nervenimpuls führt im Normalfall zu einer Herzaktion. Dieser Strom ist mit den EKG-Elektroden an den Gliedmaßen und am Brustkorb vom Tier, wie beim Menschen messbar.

Die EKG-Untersuchung ist relativ einfach durchzuführen und für Ihr Tier nicht schmerzhaft. Der Patient liegt für diese Untersuchung in rechter Seitenlage und wird nicht betäubt.

Um das EKG auch in Bewegung und unter Belastung aufzuzeichnen, verwenden wir neben den stationären, auch Geräte, die über eine Bluetooth Schnittstelle (Funkaufzeichnung) die Signale aus dem Herzen an den aufzeichnenden Computer melden. Möchte man die Herzschläge über längere Zeit aufzeichnen, verwenden wir einen 24 Stunden Recorder (Holter) mit dem Ihr Tier auch nach Hause geht.

Das EKG hat den Sinn eventuelle Störungen im Herzrhythmus aufzuspüren.
Aussagen über Herzmuskel- oder Herzklappenveränderungen sind mit dem EKG nicht sicher möglich.

normales EKG
Bild 2. normales EKG

Hunde mancher Rassen haben eine besondere Veranlagungen für Herzrhythmusstörungen. So erkranken größere Jagdhunde wie der Dt. Drahthaar oder Dt. Kurzhaar häufiger als andere Hunde an Blockerscheinungen. Sie entwickeln eine Blockierung im Nervensystem des Herzens (AV-Block Grad III). Die Folge ist ein zu langsame Schlagfrequenz der Herzkammer bei normaler Schlaganzahl der Vorkammern. Die Hunde sind leistungsschwach und können gelegentlich umfallen, wie bei einer Ohnmacht (Synkope).

AV-Block Grad III bei einem Dt. Drahthaar
Bild 3: AV-Block Grad III bei einem Dt. Drahthaar

Andere Patienten entwickeln im Verlauf schon länger bestehender Herzmuskelerkrankungen sogenannte Erregungsbildungsstörungen, wie z.B. ventrikuläre Extrasystolen, die je nach Schweregrad gesondert behandelt werden müssen. Bei manchen Rassen (wie z. B. Boxer, Dobermann) können diese Veränderungen auch Frühsymptome für Herzmuskelerkrankungen.

Weitere EKG Beispiele und Therapie: Rhythmusstörungen