Keratoconjunctivitis sicca (KCS, Trockenes Auge)

Abbildung 15
Abbildung 16
Abbildung 17
Abbildung 18

Bei der Keratoconjunctivitis sicca (KCS) kommt es infolge eines Mangels an Tränenflüssigkeit oder eines falsch zusammen gesetzten Tränenfilms zu einer fortschreitenden Entzündung von Binde- und Hornhaut. Prädisponiert für die KCS sind Hunde kleinerer Rassen wie z.B. Westhighland-White-Terrier, Langhaardackel oder Cavalier King Charles Spaniel.

  • Sie tritt häufig beim Hund und nur selten bei der Katze auf.
  • Es sind meist Hunde im Alter von 7-9 Jahren betroffen.
  • Männliche Hunde erkranken seltener als weibliche.

Die Keratoconjunctivitis sicca ist in der Regel beidseitig, wenn auch zuweilen in unterschiedlichem Schweregrad, ausgeprägt. Die Symptome ergeben sich aus der chronischen Reizwirkung, die sich aus der fehlenden oder falsch zusammen gesetzten Tränenflüssigkeit ergibt.

Zunächst kommt es zu einer schleimigen, dann schleimig-eitrigen Bindehautentzündung mit zäh-pappigem Sekret (Abb.15). Die Bindehaut ist vermehrt gerötet und verdickt. Im chronischen Stadium entsteht eine oberflächliche Hornhautentzündung mit Einsprossung von Gefäßen aus der Sklera, Trübung der Hornhaut und fokaler oder generalisierter Einlagerung von bräunlichem Pigment (Abb.16 und 17).

Die Kornea wird dadurch stumpf, unregelmäßig und undurchsichtig, so dass die KCS in fortgeschrittenem Stadium auch zur Erblindung führen kann. Darüber hinaus kann es zur Entstehung von Hornhautgeschwüren kommen, die sich bis zu einer Perforation der vorderen Augenkammer entwickeln können.

Die Ursache für eine verminderte Tränenproduktion oder einen falsch zusammen gesetzten Tränenfilm kann sehr vielgestaltig sein, ist aber in den allermeisten Fällen nicht mehr nachvollziehbar.

Die Therapie der Keratoconjunctivitis sicca besteht in einer dauerhaften, konsequenten sowie häufigen Verabreichung von künstlicher Tränenflüssigkeit kombiniert mit Präparaten zur Stimulation der noch in Resten vorhandenen Sekretionsleistung der Tränen- und Nickhautdrüsen.

Verlegung eines Ausführungsganges der Ohrspeicheldrüse beim trockenen Auge

Führt eine konsequente Salbentherapie des trockenen Auges nicht zum gewünschten Erfolg oder nimmt über den Zeitraum der Behandlung die Kooperativität des Patienten zur Verabreichung der künstlichen Tränenflüssigkeit ab, ist ein operativer Eingriff indiziert, bei dem der Ausführungsgang der Ohrspeicheldrüse aus der Maulhöhle in den Bindehautsack des Unterlids verlegt und dort befestigt wird. Somit wird das Auge durch das von der Speicheldrüse produzierte Sekret feucht gehalten (Abb.18).