Progressive Retinaatrophie (PRA)

Abbildung 80
Abbildung 81

Unter dem Begriff der PRA werden definitionsgemäß alle erblichen, primären Fehlentwicklungen der Netzhaut (Retinadysplasien) mit dadurch bedingter Verschlechterung der Leistungsfähigkeit (Degeneration) oder Verminderung der lebenden Substanz (Atrophie) sowie alle primären Retinaatrophien erfasst.

Gemeinsam ist diesen Netzhautveränderungen, dass es zu einer unumkehrbaren (irreversiblen) Zerstörung der Photorezeptoren mit fortschreitender Schädigung der anderen retinalen Strukturen kommt. Es können zunächst nur die Zapfen oder nur die Stäbchen oder auch beide Lichtrezeptoren gleichzeitig betroffen sein.

Die PRA ist erblich, kommt meist beidseits symmetrisch zur Ausprägung und verläuft zunehmend fortschreitend. Bei der Untersuchung der Netzhaut sind die zu beobachtenden Veränderungen meist auf beiden Seiten im selben Stadium vorhanden: Es kommt zu einem gesteigerten Reflexreichtum bei Auftreffen von Licht auf die Netzhaut. Die Netzhautgefäße nehmen sowohl in ihrer Anzahl und in ihrem Durchmesser mit Progression der PRA ab, so dass im Endstadium kaum noch Netzhautgefäße vorhanden sind. Der Sehnervenkopf kann blaß und verkleinert mit unscharfem Rand erscheinen (Abb.80 und 81).

Eine Therapie der PRA ist nicht möglich und die Prognose für das Sehvermögen aussichtslos.

Prophylaktisch sollten alle erkrankten Tiere, sowie deren Eltern und Geschwister von der Zucht ausgeschlossen werden.