Ulcus rodens / Boxerulkus

Abbildung 26
Abbildung 27
Abbildung 28

Als Boxerulkus wird ein oberflächliches Geschwür der Hornhaut bezeichnet. Infolge krankhafter Veränderungen der Hornhautzellen kommt es zu einer fehlerhaften oder fehlenden Verbindung zwischen den vom Rand des Hornhautulkus zur Reparatur neu gebildeten Zellen und der am Boden des Defektes befindlichen Hornhautzellen, so das erstere durch den normalen Lidschlag wieder weggetragen werden und nicht zur Abheilung des oberflächlichen Geschwürs beitragen können (Abb.26).

Diese Art des Ulcus ist nicht nur beim Boxer, sondern auch bei anderen Hunderassen zu beobachten und kann auch beim älteren Hund auftreten, wobei es dann als Ulcus indolens (nicht schmerzhaftes Hornhautgeschwür) bezeichnet wird. Meist zeigt nur ein Auge diese Art des Hornhautdefekts, gelegentlich können aber auch beide Augen gleichzeitig betroffen sein.

Die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens eines Ulcus rodens/indolens am gleichen oder dem gegenüberliegenden Auge liegt bei 50 %.

Das Ziel einer einzuleitenden Therapie besteht darin, das Honhautwundbett zur Aufnahme der neu gebildeten Hornhautzellen vorzubereiten und die Hornhautregeneration zu stimulieren. Dies kann einmal mittels konservativer Vorgehensweise und andererseits mittels chirurgischer Behandlung, einer sogenannten Rasterung (Abb.27 und 28) erfolgen, wobei die für den Patienten sinnvollste Therapie individuell ermittelt werden muß.